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Mit Erfolg bestandenes Abitur an unserer Schule

Am Ende dieses Schuljahres haben an der Freien Waldorfschule Wetterau 16 Schülerinnen und Schüler das Abitur erfolgreich bestanden und eine Schülerin die 13. Klasse mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife absolviert.

In dem staatlich anerkannten gymnasialen Oberstufenzweig der Schule werden die vom hessischen Kultusministerium vorgegebenen Lehrpläne in Kombination mit waldorf-
pädagogischen Inhalten vermittelt.

In der zentralen Abschlussprüfung gelang einer Schülerin ein Notendurchschnitt von 1,0 und einer weiteren von 1,1.

Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern freuen sich über das erreichte Ziel die langjährigen Fachlehrer und besonders die Tutoren Birgitta Pleil-Gelardi und Hanns-Jürgen Bendele, die die Klasse während der Qualifizierungsphase betreuten.

Birgitta Pleil-Gelardi (Lehrerin) - 15.06.11


Das Bild zeigt die Schüler und Schülerinnen nach den bestandenen Prüfungen: Ulrike Dierschke, Hannah Fehr, Donata Hammersen, Svea Hannes, Lara Heitbrink, Linda Jin, Josef Kallmayer, Miriam Kienle, Konstantin Maier, Louisa Misterek, Silea Mos, Katharina Okamura, Sina Richter, Klara Rychly, Christopher Schunk, May Katharina Trapp, Thomas Wolfheimer


„Herausragendes Niveau wird belohnt“
Wetterauer Kulturpreis geht an das Varieté-Projekt
der Freien Waldorfschule

 

Bericht der Wetterauer Zeitung (pm/pp) vom 3.9.2010

Ein bislang einzigartiges Projekt, eine fortwährende - letztlich auch sozial-pädagogische - Arbeit mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Alters-stufen wurde nun für jahrelangen Enthusiasmus, Engagement und Fleiß belohnt: Der Wetterauer Kulturpreis des Jahres 2010 geht in diesem Jahr an das Varieté-Projekt Voilà der Freien Waldorfschule Bad Nauheim mit der Leiterin Sandra Morgantti. Das hat der Kreisausschuss des Wetteraukreises auf Vorschlag der Jury für den Kulturpreis des Wetteraukreises beschlossen.

Der Kreisausschuss folgt damit der Empfehlung der Jury, die vor allem mit dem hohen Niveau des Varieté-Projektes argumentiert hat. „Die Qualität und die Professionalität der Varieté-AG der Waldorfschule reicht weit über das an Schulen übliche Niveau hinaus. Das beweisen die regelmäßigen Auftritte von den Jugendlichen der Varieté-AG, etwa beim Neujahrs-Varieté der Ovag, sowie die Tatsache, dass mittlerweile sechs der früheren Absolventen nach dem Abitur an der Waldorfschule die staatliche Artistenschule in Berlin besuchen und als Profis auf europäischen Bühnen arbeiten“, so Landrat Arnold.

Die Idee, ein Varieté an der Waldorfschule in Bad Nauheim zu gründen, entstand im Jahre 2002. Seither trainieren in der Varieté-AG regelmäßig 70 Schülerinnen und Schüler mit einem ganz großen persönlichen Ziel, nämlich raus aus dem Alltag und hinein ins Rampenlicht der Showbühne. Die erste Aufführung fand im Juli des Jahres 2003 statt. Seitdem gibt es im schuleigenen Theaterraum im Sommer regelmäßig Veranstaltungen, die mehr als 2000 Besucherinnen und Besucher anlocken.

Sandra Morgantti, die jahrelang beim Zirkus Roncalli als „Trapezkünstlerin“ tätig war und jetzt als Sport-pädagogin an der Freien Waldorfschule in der Wetterau arbeitet, versteht es hervorragend, Kreativität, Fantasie und Kraft, die im Jugendalter stecken, erkennbar, spürbar und erlebbar zu machen. Unter ihrer Anleitung lernen die Jugendlichen, aus sich selbst heraus Fantasiekräfte zu entwickeln, sie lernen Körperbeherrschung und sie lernen sich auf ganz neue Weise kennen. Bestehende Vorurteile werden abgebaut, das gemeinsame Üben schweißt die sehr unterschiedlichen Jugendlichen zusammen, dabei lernen sie auch mit Konflikten und Krisen umzugehen und Niederlagen zu verarbeiten. Sandra Morgantti berichtet von Schülerinnen und Schülern, die vormals zurückhaltend und mit wenig Selbstvertrauen ausgerüstet waren. Gerade dieses Selbstvertrauen wurde dadurch aufgebaut, dass sie zu Leistungen geführt werden und diese auch dem Publikum darbieten, die sie selbst vorher nicht für möglich gehalten haben.

Die Verleihung des Kulturpreises fand am 3. November 2011 statt.

Die Schulgemeinschaft bedankt sich bei Sandra Morgantti und ihrem Team und gratuliert herzlich!

Laudatio von Herrn Andreas Matlé, Öffentilichkeitsbeauftragter der OVAG (pdf)

 


Die Freie Waldorfschule Wetterau trauert um ihren Freund und ehemaligen Geschäftsführer

Heinrich Will (28.06.1944 - 22.10.2010)

Herr Will gehörte dem Gründungskollegium der Schule an. Er war als langjähriger Geschäftsführer tätig und vertrat die Schule sowohl in bundesweiten Waldorf-Gremien als auch gegenüber den staatlichen Einrichtungen im Wetteraukreis. Heinrich Will hat durch sein unermüdliches Wirken wesentlich zum Aufbau unserer Schule beigetragen. Er blieb der Weiterentwicklung der Schule aufs Engste freundschaftlich verbunden.Wir werden ihn stets in dankbarer Erinnerung behalten.

 


1985 - 2010 : 25 Jahre Freie Waldorfschule Wetterau

 

Am 1. und 2. Oktober 2010 feierten Schulgemeinschaft, ehemalige Schüler und Eltern und viele Freunde mit dem „Abend der Begegnung“ und dem „Tag der offenen Tür“
das 25jährige Jubiläum der Freien Waldorfschule Wetterau.

Am Freitagabend strömten zahlreiche Menschen erwartungsvoll in den großen Saal der Schule. Schon vor Beginn des Festaktes zogen zwei Besonderheiten die Blicke auf sich: Aus dem herbstlichen Blumengesteck, arrangiert auf einer Schubkarre, ragte ein Apfelpflücker, auch Arbeitshandschuhe, Stiefel und Baustellenband waren gelungen dazukomponiert – Natur, Kunst und die Insignien menschlicher Arbeit in einleuchtender Verbindung. Ein großer weißer Bogen wölbte sich im Hintergrund über die Bühne – er würde im Laufe des Abends als Bilderbogen dienen und die jeweiligen Stationen der Schulgeschichte veranschaulichen.

Vor diesem Hintergrund versetzten die beiden langjährigen Kolleginnen Andrea Nicolai und Ingrid Zakikhany die Zuhörer auf lebendige Weise in die Anfangszeit der Waldorfpädagogik in der Wetterau. An der Reaktion des älteren Teils im Publikum war deutlich abzulesen, wie gern man sich der schwierigen Zeiten erinnerte, als mit viel Initiative, Idealismus und praktischem Einsatz („Bau-Samstage“) der Anfang gemacht wurde.

Im Mitarbeiterkreis des Heilpädagogischen Institutes Bingenheim war die Keimzelle entstanden, auch ein Gebäude in Bad Nauheim und ein Gründungslehrer, Thomas Frohmader,  waren gefunden. Doch zögerte sich die amtliche Genehmigung des Schulbetriebes hinaus, und so musste die erste Klasse mit ihrem Klassenlehrer Joachim Fuß im Sommer 1985 als „Balkonklasse“ der Frankfurter Waldorfschule beginnen, bis man 1986 in das umgebaute Schulgebäude in der Frankfurter Straße/Bad Nauheim ziehen konnte.

Als Zeugen der Anfangszeit fanden Heinrich Will und Harald Jäckel bewegende Worte. „Herzworte“ sprach Heinrich Will, in denen deutlich wurde, welche selbstlosen Herzenskräfte von dem Gründerkreis ausgegangen waren. Ohne diese Kräfte hätte das Anliegen, der Waldorfpädagogik in der Wetterau eine Wirkensstätte zu schaffen, um Kindern die bestmögliche Begleitung auf ihrem Weg ins Leben zu geben, nicht auf die Erde kommen können. Es war einer der bewegendsten Momente des Abends, als die Zuhörer sich erhoben in Hochachtung und Dankbarkeit für das damals Geleistete – die „Herzworte“ hatten ihren Weg zu den Herzen gefunden. Harald Jäckel erinnerte daran, wie schon 1990 die Bewegung so gewachsen war, dass der erste Spatenstich für den Schulneubau an der Birkenkaute 8 erfolgen konnte. Am 5. Mai 1990 wurde der Grundstein gesetzt, „die Brücke zur geistigen Welt“, über den seitdem ein jeder hinweg schreitet, der das Schulhaus betritt. Harald Jäckel stellte den Inhalt dieses den Blicken entzogenen Grundsteines dar, auf dem physisch sowie ideell die ganze Schulgemeinschaft aufbaut.

Weitere Redebeiträge führten in die Gegenwart des Schullebens, die geprägt ist von einem Ringen um Gleichgewicht zwischen den ureigenen Impulsen der Waldorfpädagogik und dem Ermöglichen der staatlich anerkannten Abschlüsse in der Oberstufe. Harald Erasmus (Oberstufenlehrer) konnte von Erfolgen auf beiden Gebieten berichten. Norbert Handwerk (Landesarbeitsgemeinschaft Hessen) stellte die Waldorfschule Wetterau in den größeren Zusammenhang der hessischen Waldorfbewegung sowie der Quellkräfte der Stadt Bad Nauheim. Deutlich wurde, dass eine Schule nicht nur für sich besteht, sondern aus den Impulsen und Kräften eines Ortes lebt und dann aber über diesen hinaus wirkt und ausstrahlt.
Mittlerweile hat sich (seit Schuljahresbeginn 2007) die „kleine Zweizügigkeit“ ab der 5. Klasse etabliert. Und der lang ersehnte Turnhallenbau neben der Schule konnte am 18. September diesen Jahres feierlich eingeweiht werden.

Doch nicht nur Worte bewegten die Menschen im Saal an diesem Abend: Musik – gespielt von einem Klaviertrio, gesungen vom Lehrerchor   Eurythmie und eine artistische Darbietung am Vertikalseil rundeten das Programm ab und zeugten von hohem künstlerischen Niveau.

Im Anschluss an den Festakt im Saal bot das einladend geschmückte Schulhaus vielfältige Gelegenheiten der Begegnung. Auch am folgenden Tag konnten die zahlreichen Besucher während und nach der öffentlichen Monatsfeier Einblick in die vielseitigen Arbeitsgebiete gewinnen: beim Erleben von offenem Unterricht in verschiedenen Fächern und Klassenstufen, beim Betrachten der Fotodokumentationen zu unterschiedlichen Themen wie Schulgeschichte, Variété, Klassenspiele, um nur einige zu nennen. Das bewegte Klassenzimmer zog Klein und Groß an und in vielen Ausstellungen konnte man Einblick in die Arbeit der einzelnen Klassen gewinnen.

Die Freie Waldorfschule Wetterau zeigte sich als offener und belebter Ort des Lernens, der Begegnung, des Austauschs, als ein Lebensraum für Kinder, Jugendliche und Familien, der viele Menschen anzieht.

Besonders schön war es, dass an diesem Wochenende in Rückbesinnung auf die Wurzeln der Schule ein Kraftstrom spürbar wurde, der auch heute die Schulgemeinschaft belebt, verbindet und von dort in die weitere Umgebung ausstrahlt.

Sabine Schmidt (Lehrerin) - 15.10.10

 


Besuch von Bernd Ruf am 23.06.2010 in unserer Schule:

 

Bericht über den notfallpädagogischen Einsatz auf Haiti
(mit Unterstützung der freien Waldorfschule Wetterau)


Am 23. Juni 2010 berichtete Herr Bernd Ruf, geschäftsführender Vorstand der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. vor den SchülerInnen der Oberstufe, Lehrern und Eltern
der Freien Waldorfschule Wetterau in Bad Nauheim über den notfallpädagogischen Einsatz auf Haiti. Nach dem schrecklichen Erdbeben hatte die Schul-gemeinschaft diese Arbeit mit einer großzügigen Spende unterstützt.

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Verbreitung der Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 6.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich rund 600 junge Menschen an den Programmen teil. Seit 2006 ist der Verein im Bereich „Nothilfepädagogik“ tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten die „Freunde“ bislang mit psycho-traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), in China (2008), Gaza (Februar und Juli 2009), Indonesien (November 2009) und Haiti (ab Februar 2010). Dem notfall-pädagogischen Kriseninterventionsteam gehören an: Ärzte, Pädagogen, Erlebnispädagogen, Eurythmisten, eine Koordinatorin, eine Psychologin, Erzieherinnen, Kunsttherapeutinnen und Bernd Ruf (Sonderpädagoge und Einsatzleiter).

Die Berichte und Bilder über Haiti haben uns die Katastrophe nahegebracht. Das schwere Beben der Stärke 7,0 (Richterskala) erschütterte am 12.01.2010 das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, Haiti. Nach Angaben der britischen Hilfsorganisation Save the Children sind zwei Millionen Kinder akut gefährdet, da die Trennung und der Verlust von Familien, körperliche Verletzungen, die allgegenwärtige, unmittelbare Konfrontation mit Tod und Zerstörung psychische Traumatisierungen mit sich bringen, die die betroffenen Kinder ihr Leben lang prägen können: Die normale posttraumatische Reaktion kann zur dauerhaften Störung führen. Notfallpädagogik innerhalb von acht Wochen nach dem Trauma kann Dauerschä-digungen abwenden, in schweren Fällen abmildern.

Vom 10.02 bis 25.02.2010 führten die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners eine notfall-pädagogische Krisenintervention in Waisenheimen, Krankenhäusern, Schulen und Obdachlosencamps in Port-au-Prince (zu 50% zerstört) und Leogane (Epizentrum des Bebens, zu 95% zerstört) durch. Neben der direkten Akuthilfe für rund 600 Kinder konnten etwa 150 Pädagogen seminaristisch in notfallpädagogischen Erste-Hilfe-Maßnahmen geschult werden.

Das „Child Friendly Space“ in Leogane: Auf Empfehlung der Kindernothilfe eröffnete das pädagogische Kriseninterventionsteam der „Freunde“ in der etwa 40 Kilometer westlich von Port-au-Prince gelegenen, nahezu völlig zerstörten Kleinstadt Leogane einen Stützpunkt für Notfallpädagogik. Auf dem Schulgelände „New Mission“ hatten sich bereits zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen um den Stützpunkt des Technischen Hilfswerks (THW) angesiedelt: Humedica, Caritas international, Malteser und andere. Die Ärzte, Schwestern und Pfleger der deutschen Hilfsorganisation Navis versorgen täglich Hunderte Patienten in einem Zeltkrankenhaus. In Zusammenarbeit mit etwa 30 Lehrern und Lehrerinnen der Schule „New Mission“ und der örtlichen Nichtregierungsorganisation Acrederp begannen die „Freunde“ mit dem Aufbau eines „Child Friendly Space“ - einem geschützten Raum für die notfallpädagogische Traumaarbeit mit Kindern. Der vorgesehene Platz wurde gesäubert, Holzpfähle wurden gesetzt und mit Seilen und Plastikplanen schattenspendende Bereiche geschaffen. Jugendliche flochten aus Palmenzweigen Wände zur Abgrenzung des Platzes. Mit finanzieller Unterstützung der Caritas international wurde eine Notküche zur Versorgung der Kinder eingerichtet. Das Trinkwasser kommt vom THW, die Nahrungsmittel von der Kindernothilfe und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).

In der erlebnispädagogischen Gruppenarbeit wird durch unterschiedliche Übungen das Vertrauen in sich und Andere gestärkt. Die Konzentrationsfähigkeit wird beispielsweise durch das Balancieren auf einem am Boden liegenden Seil geübt und auf spielerische Art und Weise werden soziale Kompetenzen neu aufgebaut. Auch geht es um die Pflege der durch das Erdbeben oft schwer beeinträchtigten Basalsinnen u.a. durch Seilspringen und Kneten. Die Kleinkindgruppe orientiert ihren Tagesablauf an Arbeitsformen des Waldorfkindergartens.

Nach den Workshops ist es Zeit zum Mittagessen. Oft ist es für die Kinder und auch die Lehrer die einzige warme Mahlzeit am Tag. Ein Abschlusskreis mit rhythmischen Übungen und einem Schlusslied beendet die Arbeit.

Notfallpädagogische Trainingsseminare für Pädagogen: Eltern und Lehrer können oft das veränderte Verhalten der Kinder nach einer Traumatisierung nicht verstehen und reagieren hilflos auf die traumatischen Reaktionen und Symptombildungen. Zu den wichtigsten Aufgaben notfallpädagogischer Krisenintervention gehört es deshalb, neben der direkten Akutversorgung von Kindern, auch Lehrer und Erzieher über die Entstehung, den Verlauf und die möglichen Folgen einer Psychotraumatisierung zu informieren und notfallpädagogische Strategien im Umgang mit traumatischem Verhalten aufzuzeigen.

In Port-au-Prince führte das Notfallteam ein ganztägiges notfallpädagogisches Trainingsseminar für etwa 120 Lehrer, Erzieher und pädagogische Betreuer durch. Das Seminar bestand aus Referaten über Psychotraumatologie und Notfallpädagogik sowie aus einer Gesprächsarbeit, in der betroffene Teilnehmer über ihre Erlebnisse sprechen konnten. Darüber hinaus gab es Workshops zur Erlebnispädagogik und Kunsttherapie sowie ein Abschlussplenum. Die Teilnehmer setzten sich aus pädagogischen Betreuern des Krankenhauses der Organisation Unsere kleinen Brüder und Schwestern, den pädagogischen Betreuern des Oreleph-Waisenheimes und des Waisenheimes 4 der Haiti-Kinderhilfe zusammen. Teilgenommen haben auch die 13 Lehrerinnen und Lehrer des Colegio Waldorf/Steiner.

Nachhaltige Ergebnisse: Seit dem Erdbeben am 12. Januar 2010 und der ersten sehr kritischen Phase ist viel geschehen und auf den Weg gebracht worden: Das aufgebaute und eingerichtete  „Child Friendly Space“ Kindercamp, die Train-the-Trainer Seminare, Supervision.

Es wird sicherlich weiterhin großer persönlicher und finanzieller Anstrengungen bedürfen, um in den chaotischen Zuständen des vom Erdbeben zerstörten Haiti nach der notfallpädagogischen Akuthilfe nun strukturelle Wiederaufbauhilfe im Bildungssektor zu leisten. Aber die Kinder Haitis benötigen unsere nachhaltige Unterstützung. Sie werden die Gestalter der Zukunft Haitis sein. Die Arbeit in Haiti, dem Armenhaus der Karibik, hat gerade erst begonnen (weitere Informationen auf www.freunde-waldorf.de/nothilfe).

 


Förderwettbewerb der Volksbank Mittelhessen: "Lesen macht Freu(n)de!"

 

Prämierung für die Schulbücherei durch die Volksbank Mittelhessen am 2. Juni 2010

Im Rahmen des Förderwettbewerbs der Volksbank Mittelhessen "Lesen macht Freu(n)de" durfte sich die Gemeinschaft zur Förderung der Waldorfpädagogik über eine Geldspende für unsere Schulbibliothek freuen. Bei einer kleinen Feierstunde in der Hauptverwaltung der VB Mittelhessen in Gießen würdigte das Vorstandsmitglied Volker Remmele das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der ausgezeichneten Förderkreise und überreichte ihnen Urkunden.

Zum Abschluss der Preisübergabe las dann die aus Schleswig-Holstein stammende Kinder- und Jugendbuchautorin Monika Felten aus ihrem Buch "Das Vermächtnis der Feuerelfen". Die Autorin, selbst Vorsitzende eines Grundschul- Fördervereins, engagiert sich stark in der Förderung der Lesekompetenz an Schulen.

(Juni 2010)

 


Erklärung der Waldorfschulen in Europa (ECSWE)
zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

 

Das European Council, der europäische Dachverband von 22 nationalen Waldorfschul-Förderationen, hat in seiner Konferenz im Januar in Pressburg (Slowakei) über das Jahresmotto der Europäischen Kommission beraten und festgestellt, dass dieses Thema mit unseren pädagogischen Grundsätzen und Zielen vereinbar ist. Die Auswirkungen von sozialer Ausgrenzung und auch Armut sind tägliche Erfahrungen für einige unserer Schüler und für viele vor unserer Tür.

Hinsichtlich der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gibt es zweifellos viele gute Beispiele in unseren Schulen. Sowohl als einzelne Waldorfschule als auch als europäische Schulbewegung können wir unsere Erfahrungen austauschen, neue Aktivitäten entwickeln und dabei mit anderen Nicht-Regierungsorganisationen zusammenarbeiten. Ein anderer Grund, um sich an dieser Aktion zu beteiligen, ist ein Aspekt unserer Qualitätsentwicklung, indem wir uns der eigenen inneren Zielsetzungen stärker bewusst zu werden.

Wir sind zuversichtlich, dass die Arbeit an dem europäischen Thema während dieses Jahres helfen wird, diese Elemente in unserer täglichen Arbeit zu verstärken und zu realisieren, was bereits in unserer Pädagogik angelegt ist oder noch weiter entwickelt werden kann.

Weitere Informationen: Erklärung, Strategie, Fragen, Links.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre deutschen Delegierten im ECSWE
N. Handwerk, D. Hardorp, E. Blass-Loss, R.Landl

(Feb. 2010)

 


Waldorfschulen helfen Haitis Kindern

 

Waldorfpädagogischer Nothilfeeinsatz durch die "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.", Karlsruhe

Informationen und Aufruf:

Bericht der "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V." (April 2010)

Taschengeld für Haiti: 36 Schüler „stürmen“ die Volksbank
Hilfsaktion der Klasse 5A der Freien Waldorfschule Wetterau

Innerhalb von vier Tagen sammelte die Klasse 5A der Freien Waldorfschule Wetterau über 300,00€.

Angefangen hatte es mit einer einfachen Frage einer Schülerin: „Sprichst Du mit uns über das Unglück in Haiti?“ Spontan wollten die Schüler und Schülerinnen helfen! Nach Rücksprache mit Ihren Eltern spendeten viele ihr Taschengeld, zum Teil das Taschengeld eines ganzen Monats, auch Eltern, Großeltern und Nachbarn spendeten mit.

Die Entscheidung, welcher Organisation das Geld überwiesen werden sollte, war nach dem Besuch von Frau Manner, einer Mitarbeiterin von World Vision, einfach. Sie brachte viele neue Informationen über Haiti mit und beantwortete die vielen Fragen der Kinder sehr offen.

Anschließend machten sich dann 36 Schüler, ihre Lehrerin, Frau Opfermann und Frau Manner auf den Weg zur Volksbank in Bad Nauheim, um das Geld auf das Spendenkonto von World Vision  einzuzahlen.

Die Mitarbeiter der Volksbank hatten ihren Schrecken schnell überwunden, als 38 Personen gleichzeitig ihre Filiale betraten. Die Spendendose wurde geöffnet und vor aller Augen das Geld gezählt, über 300,00 € hatten die Kinder in vier Tagen gesammelt, ganz spontan legte ein Mitarbeiter der Volksbank noch etwas dazu.

(WZ, Feb. 2010)

 


Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen ermöglicht weiteren Meilenstein für Waldorfschule

Bis zum Sommer entsteht auf dem Gelände der Freien Waldorfschule Wetterau eine Turn- und Mehr-zweckhalle sowie der 1. Bauabschnitt eines Werkhofs. Am Freitag fand der Spatenstich für beide Gebäude im Beisein von Landes,- Kreis- und Stadtpolitikern statt.

Gleich zwei Bauvorhaben wurden auf dem Gelände der Freien Waldorfschule Wetterau begonnen.

Die neue Turn- und Mehrzweckhalle ist als vergrößerte Einfeldhalle mit Trennvorhang geplant, so dass einige Nutzungen auch für zwei Kleingruppen gleichzeitig möglich sind. Sie ist zudem als Passivbau vorgesehen. Das trotz erheblichen Elternengagements bisher nicht finanzierbare Drittel dieses 1,6 Mio. teuren Vorhabens wurde nun ermöglicht durch das Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen, aus dem 513.900 € in das Projekt fließen, abgewickelt wird diese Unterstützung über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen. Die restlichen 2/3 der Projektsumme werden von der Schule getragen, zur Hälfte finanziert über ein Darlehen der Sparkasse Oberhessen. Bei der Feierstunde anlässlich des Baubeginns zeigten sich die Schüler, Eltern und politisch Verantwortlichen hocherfreut ob dieses durch die Konjunkturmittel möglich gewordenen Projekt-starts. Bürgermeister Witzel stellte gleichzeitig das außerordentliche Elternengagement heraus, dass sich in der mehrheitlich über die Schulgeinschaft erfolgenden Finanzierung des Baus zeige. Landrat Arnold dankte der Eltern- und Lehrerschaft für die Passivbauweise als einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und wertete dies als deutliches Signal zur Klimakonferenz nach Kopenhagen.

Der gleichzeitig begonnene 1. Bauabschnitt eines Werkhofs wird eine Lehrschmiede und eine Lehrschreinerei beheimaten. Das Bauvolumen beträgt hier ca. 0,3 Mio €.

Thomas Mächtle, Geschäftsführer der Waldorfschule, betonte die Wichtigkeit der beiden Bauvorhaben für die Schulentwicklung vor dem Hintergrund, dass im Konzept der Waldorfpädagogik im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung Handwerk und Sport als Fächer gleichberechtigt neben Mathematik und Deutsch stünden. Daher seien gerade diese beiden Bauvorhaben weitere Meilensteine bei der Schulentwicklung der Waldorfschule Wetterau und würden das Profil der Schule weiter schärfen.
Die anwesenden politischen Verantwortlichen betonten mehrfach die Bedeutung der Waldorfschule als wichtiges Element eines attraktiven regionalen Bildungsangebots. Die Bedeutung der Waldorfschule für die Region wurde dabei durch die geballte Anwesenheit wichtiger politischer Verantwortungsträger klar. So wurden die ersten Spatenstiche für das Fundament der beiden neuen Gebäude gemeinsam vorgenommen von:
•    Klaus Dietz (Mitglied des hessischen Landtags)
•    Joachim Arnold (Landrat des Wetteraukreises)
•    Oswin Veith (1. Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent des Wetteraukreises)
•    Bernd Witzel (Bürgermeister der Stadt Bad Nauheim)
•    Armin Häuser (1. Stadtrat und Schuldezernent der Stadt Bad Nauheim)
•    Brigitta Nell-Düvel (stellvertr. Stadtverordnetenvorsteherin der Stadt Bad Nauheim)
•    Hans Bezzenberger (Architekt)
•    Kai-Uwe Mildenberger (Projektleiter Bauunternehmen Ochs)
•    Roman Kubla (stellvertretender Vorstand der Sparkasse Wetterau)
•    Dominik Wünsch (Vorstand Waldorf- Bau und Förderverein Wetterau)
•    Frank Schmidt (Vorstand Waldorfschulverein Wetterau)
•    Thomas Mächtle (Geschäftsführer Waldorfschulverein Wetterau)

Th. Mächtle, 11.12.2009

 

 


Freie Waldorfschule Wetterau macht
„ausgezeichnete“ Umweltarbeit

 

Zwei umweltrelevante Auszeichnungen durfte die Freie Waldorfschule Wetterau kürzlich entgegennehmen. Zum Einen wurde sie „Umweltschule 2009 - Lernen und Handeln für unsere Zukunft“. Dies ist eine Auszeichnung, die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und vom Hessischen Kultusministerium jährlich für das besondere Engagement einer Schule im Bereich Umwelterziehung und ökologische Bildung vergeben wird.

Besonders gewürdigt wurde die „Praktische Naturarbeit“, die in der Freien Waldorfschule Wetterau ab der fünften bis zur achten Klssse mit einer Doppelstunde pro Woche obligatorisch im Lehrplan verankert ist, so dass nachhaltiges Denken und Handeln, auch im Jahresverlauf, kontinuierlich erfahren und erlernt werden kann.

Pädagogisch betreut werden die Schülerinnen und Schüler von zwei Agraringenieuren und einer Naturpädagogin, die mit großer Fachkompetenz und einer abwechslungsreichen Methodenvielfalt einen intensiven, ganzheitlichen Zugang zur Natur verschaffen und die Pflege des Lebendigen im „Freiluft-Klassenzimmer“ und im abwechslungsreichen Schulgarten in den Erfahrungsschatz der Kinder und Jugendlichen bringen.

Zum Anderen wurde die Schule ausgezeichnet für einen der artenreichsten Schulhöfe Deutschlands.  Bundesweit ausgeschrieben  unter dem Titel „Schulhofdschungel“ wurde von der „Grünen Liga Berlin“ derjenige Schulhof gesucht, der  mit den meisten Tier- und Pflanzenarten aufwarten kann. Unter 90 teilnehmenden Schulen belegte die Freie Waldorfschule Wetterau den 4. Platz, der mit einem Preisgeld von 200 Euro und Sachpreisen belegt wurde.

Ausschlaggebend für diese Auszeichnung war nicht nur die umfangreiche Erfassung der Arten, die im Rahmen der „Praktischen Naturarbeit“ stattfand, sondern auch die naturnahe Gestaltung des gesamten Schulgeländes, das eine  außergewöhnliche Vielfalt von Biotopen bietet: großer Schulgarten mit wechselnder Fruchtfolge, Trockenmauern, Bienenhaus, Insektenhotel,  Kompostanlage, Teich, modellierte Rasen- und Baumflächen und umfassende Heckenbereiche zum Toben und Verstecken – insgesamt ein buntes Mosaik, das zum Spielen, Lernen und Forschen einlädt und für die gesunde Entwicklung der Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag liefert.

G. Skrock
(26.11.2009)

Die Schulgemeinschaft bedankt sich herzlich bei den Schülerinnen und Schülern und bei den Lehrkräften der aktiven Umweltschule, insbesondere bei Frau Gaby Skrock (Umweltpädagogin).

 


Schülerträume werden wahr: das Beachvolleyball-Feld
hat die Schülerherzen erobert!


Im Nu erstellt, gehörte das Beachvolleyball-Feld in wenigen Tagen zum vertrauten Bild auf dem Schulgelände. Alle wollen in den Pausen und nach dem Unterricht spielen. Die großen Schüler unterweisen die Jüngeren. Spaß, Bewegung an der frischen Luft, Teamgeist … aber kein Körnchen Sand im Schulhaus! Dies verdanken wir vor allem Familie Egerer. Zusammen mit dem Kreis „Außenanlagen“ und vielen fleißigen Helfern haben sie Nicholas großen Wunsch auf die Erde gebracht, ein großartiges Geschenk für die Mitschüler und Mitschülerinnen.
(Sept. 2009)

 

 


Neues Schulprofil an der Freien Waldorfschule Wetterau
Kleine Klassen und Zweizügigkeit ab Klasse 5

 

An der Bad Nauheimer Waldorfschule ist die Zeit der großen Klassen vorbei. Die Mitgliederversammlung am 15. Mai 2009 brachte eine Neuerung im Schulprofil: Mit einer überwältigenden Mehrheit entschied sich die Schulgemeinschaft für die Zweizügigkeit ab Klasse 5 und die Verkleinerung aller zukünftigen Klassen auf 26 Schülerinnen und Schüler.

Zahlreiche Gründe bewegten den Schulvorstand (Eltern- und Lehrer), die Geschäftsführung (Thomas Mächtle) und die Schulleitung (Luzia Büchel, Uwe Mos, Jürgen Seibt) zu diesem Vorschlag, der eine Qualitätssteigerung bedeutet und viel Entwicklungspotenzial birgt.

Die Waldorfpädagogik basiert auf einer engen, stabilen Beziehung zwischen Lehrern und Schülern. Die Zweizügigkeit vermehrt die Schülerzahl, die in Zukunft kleinen Klassen verringern sie wiederum. Die zukünftige Schulgröße ermöglicht eine Schule, in der die Lehrer noch alle Schülerinnen und Schüler kennen, eine Schule, mit der sich Schüler, Lehrer und Eltern identifizieren können. Bei voll ausgebauter Zweizügigkeit wird die Schulgröße die jetzige Zahl von 500 Schülern nicht überschreiten. Bei einer Klassengröße von 26 Schülerinnen und Schülern wird auch in Zukunft eine individuelle Betreuung und aktive Förderung der Schüler gesichert sein.

Die kleineren Klassen ermöglichen eine größere Methodenvielfalt. Die Klassen werden nur noch in wenigen Fachunterrichten geteilt. Eine Klasse bleibt somit weitgehend den ganzen Vormittag über zusammen. In der Oberstufe kommt eine breitere Auswahlmöglichkeit an Kursen zustande, weil ab der fünften Klasse zwei Klassen mit insgesamt etwa 50 Schülern geführt werden.

Die Freie Waldorfschule Wetterau öffnet sich für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 mit einer Parallelklasse. Somit kann in Zukunft Waldorfpädagogik immer mehr Kindern zugute kommen, die früher abgewiesen werden mussten.

Last but not least erhofft sich die Waldorfschule, dass das Schulkonzept so attraktiv ist, dass nicht nur Schüler und Eltern, sondern auch qualifizierte Lehrer sich vermehrt angesprochen fühlen und das Kollegium bereichern.

Das neue Schulprofil bietet einen die Entwicklung fördernden Raum für heutige und zukünftige Schülergenerationen.

Die Schulleitungskonferenz
(Aug. 2009)

 


Waldorfschule öffnet neue Lernräume -
„Praktische Naturkunde“ als Unterrichtsfach

 

Eingebettet in das Fach Gartenbau hatten 60 Schülerinnen und Schüler der beiden fünften Klassen der Freien Waldorfschule Wetterau ein ganzes Jahr lang Gelegenheit, das Schulgelände und die nähere Umgebung intensiv kennenzulernen. Mit wahrnehmend-sinnlichen, spielerischen, die Umwelt erforschenden, oder künstlerisch-kreativen Methoden wurde einmal in der Woche Freiland-Unterricht gestaltet. Ganzheitlich und im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde die Bedeutung und die Schutzwürdigkeit unserer Lebensgrundlagen (Wasser, Boden, Luft und Feuer) genauso erarbeitet wie das Zusammenspiel der Elemente und deren Gegenwärtigkeit in unserem Alltag.

Fragen wie: „Was haben die Wetterau und der Nordpol gemeinsam?“ oder „Wohin verschwindet das Laub aus dem Herbst“? regten die Phantasie der Kinder an und machten neugierig, die komplexen Lebensnetze unserer Naturräume zu erforschen und globale Zusammenhänge in lebendigen Diskussionsrunden zu erörtern und somit auch einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Lebensräumen ins Bewusstsein zu rufen. Der Wald vor der Tür und dessen Veränderung im Jahresverlauf, die Böden der Region, die Wiese, die Felder und der Teich im Schulgarten wurden ebenso erforscht wie die biologische Gewässergüte der Usa und die Überwinterungsstrategien unserer Wildtiere. Neben der „äußeren Natur“ wurde auch der „inneren Natur“ Raum und Zeit gewidmet. Soziales Lernen im „Raum ohne Grenzen“ nahm einen ebenfalls großen Stellenwert ein. Selbständiges Tun wurde genauso gefördert wie Kommunikations- und Teamfähigkeit in der Arbeit in kleinen Forschergruppen.

„Für mich ist es ein Geschenk, diesen Unterricht halten und gestalten zu können, da ich weiß, wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig zu einem Natur- und Umweltbewusstsein zu erziehen. Das positiv Erlebte kann so zu einem veränderten Alltagsverhalten in Bezug auf einen umweltverträglicheren und bewussteren Umgang mit unseren endlichen Ressourcen führen und Achtung für alles Lebendige – inklusive sich selbst – schaffen. Die Arbeitsgröße von 12-14 Schülern war optimal geeignet, eine intensive Betreuung zu gewährleisten und jedem Schüler die notwendige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.“ so die betreuende  Natur- und Umweltpädagogin Gabriele Skrock, die es sehr befürwortet, „Praktische Naturkunde“ obligatorisch in den Lehrplan aller Schulsysteme einzusetzen. „Es ist etwas anderes, ob ich die Bäume auf einem Blatt Papier bunt anmale oder weiß, welcher Baum sich kalt oder warm anfühlt oder ob ich die Tiere auf dem Wandertag im Zoo anschaue oder den leichten Schauer spüre, wenn ich mich auf Augenhöhe mit einem drohenden Flusskrebs befinde. Es wird Zeit, dass wir unsere nächste natürliche Umgebung wieder bewusst wahrnehmen und schätzen lernen,  Bäume, Sträucher, Kräuter, Insekten wieder mit Namen kennen und uns mit einem fundierten Wildnis-Wissen in jeder Situation selber helfen können. Es ist toll, wenn am Ende des Schuljahres jedem Kind klar ist, welches Kraut gegen Mückenstiche gewachsen ist und welches Holz auch bei Regen brennt."

G. Skrock
(Juli 2009)

 


Der Berufsorientierte Zweig (BOZ)

 

Der Berufsorientierte Zweig zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch eine stark berufspraktische Ausrichtung aus. Er stellt eine Alternative für all jene Schülerinnen und Schüler dar, die nach der 10. Klasse eine Orientierung hinsichtlich einer betrieblichen Ausbildung suchen, die zukünftig eine spezifische weiterführende Schule besuchen möchten und zwar mit dem Ziel, eine Fachhochschulreife zu erlangen, aber auch für diejenigen, die eine Verbesserung ihres erreichten Abschlusses anstreben und sich entsprechend qualifizieren sowie einen höheren Schulabschluss erreichen möchten.

Dieses Oberstufenkonzept wurde vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um gemäß dem Leitbild der Schule „Im Mittelpunkt der Mensch“, alle Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen individuell fördern zu können. Das Besondere an diesem Zweig ist sicherlich die Tatsache, dass er den Schülern die Möglichkeit bietet, in unmittelbaren Kontakt mit den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Arbeitsfeldern zu treten. Sie erhalten somit Einblicke in die tatsächlichen Zusammenhänge des Lebens und Arbeitens. Dies wiederum lässt sie explizite Erfahrungen machen, die der normale Schulalltag nicht bieten kann. Die Schüler haben aufgrund der ausgedehnten Praktikumszeiten und der zusätzlichen praxisbezogenen Unterrichtsfächer das besondere Privileg, das Berufsleben außerhalb der Schule, quasi auf Probe, kennenzulernen, jedoch immer mit der Sicherheit, dass noch etwas Zeit bleibt, bis es wirklich ernst wird.

Dem Schulzweig liegt ein Bildungskonzept zugrunde, das versucht, eine Berufs- und Praxisorientierung gepaart mit einer Erweiterung des jeweiligen Kompetenzprofils und spezifische Waldorfinhalte zusammenzuführen. Es umfasst demnach eine Ausrichtung, die theoretische und lebenspraktische Komponenten als gleichwertig betrachtet. Entsprechend befinden sich Jugendliche, die den Berufsorientierten Zweig besuchen, in einem interessanten Spannungsfeld, da sie einerseits als Denkende tätig sind, andererseits aber auch als unmittelbar Tätige in der Welt. Folglich wird im Berufsorientierten Zweig von den Jugendlichen erwartet, dass sie die entsprechende Leistungsbereitschaft und Motivation sowie den nötigen Lernwillen hinsichtlich der jeweiligen Zielsetzung und beruflichen Praxis mitbringen. Denn nur so kann es der Schule durch eine stärkere Gewichtung der praktischen Arbeit gelingen, zu einer wirklichen „Lebensschule“ zu werden.

Birgitta Pleil-Gelardi  (Leiterin und Ansprechpartnerin BOZ)

Folgende Schülerinnen und Schüler haben im letzten Schuljahr ihre Ziele erreicht und den Berufs-orientierten Zweig erfolgreich beendet: Patricia Assmann, Viola Assmann, Silas Förster, Marius Georgii, Philipp Heitz, Niklas Kieser, Timo Kriening, Anna-Lena Meyer, Marvin Spillner, Ute Stulz, Fionn Volkmann, Pranay Werner, Sabrina Wiborny - Gratulation!
(Juni 2009)

 


Erfolgreiche 13. Klasse 2008-2009: Alle haben die Abitur-Prüfung bestanden

 

Wie in den Vorjahren haben alle Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse die Abiturprüfungen mit Erfolg hinter sich gebracht: Angelica Brand, Alina Gabriel, Janina Georgii, Marie Heil, Judith Huesmann, Sofia Kallmayer, Johannes Knapp, Jana Messingen, Nils Molitor, Till Müller, Theresa Pucher, Josefa Raschendorfer, Manuel Ruf, Joris Schmidt, Julia Schumacher, Rebecca Schumacher, Sara Türke und Simon Wolfheimer. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern freuten sich über das erreichte Ziel die langjährigen Fachlehrer und besonders die Tutoren Birgitta Pleil-Gelardi und Hanns-Jürgen Bendele. Gratulation!
(Juni 2009)

 


Waldorfschüler besuchen das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald

 

Die 12. Klasse der Freien Waldorfschule in Bad Nauheim unter der Leitung von Frau Gerber-Brandt und Herrn Erasmus unternahm im Rahmen des Geschichtsunterrichts eine zweitägige Studienfahrt nach Weimar. Höhepunkt war der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Sich das Unvorstellbare etwas besser vorstellen zu können – das sollte das Ziel des Besuchs sein. Die Führung in großer Hitze über das Gelände ließ die Schüler erahnen, wie schutzlos die Häftlinge damals den Witterungen ausgesetzt waren – besonders bei den gefürchteten Morgen- und Abendappellen. Die Vorstellung, über ein Gelände zu gehen, auf dem vom Juli 1937 bis April 1945 etwa 250 000 Menschen aus über 30 Nationen erniedrigt und gequält wurden, ließ keinen unberührt. 56 000 Häftlinge haben das durch Starkstromzäune begrenzte Lager nicht mehr lebendig verlassen.

Tief bewegt verließ die Klasse diesen Ort, an dem ein Teil der dunkelsten Geschichte Deutschlands geschrieben worden war. Zuvor hatten die Schüler die Stätten der Weimarer Klassik bestaunt. Im Goethehaus bewunderte man die Hinterlassenschaft des großen Dichters und lauschte den Ausführungen über das humanistische Ideal und die Friedensbotschaft Goethes. Gerade diese Gegensätze an einem Ort ließen die Fahrt zu einem nachhaltigen Erlebnis werden und das Spannungsfeld erahnen, in dem sich deutsche Geschichte bewegt. (ErfreulicheTatsache am Rande: der Wetteraukreis bezuschusst die Fahrtkosten zu einem Drittel.)

H. Erasmus
(Juni 2009)

 


Waldorfschüler stellten ihre Acht-Klass-Arbeiten vor

 

Geschafft! Die 39 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Freien Waldorfschule Wetterau bedankten sich beim begeisterten Publikum. Zahlreiche Kollegen, Eltern, Verwandte und Freunde hatten sich eingefunden. Jeder Jugendliche stellte das Thema vor, das ihn in den letzten Monaten intensiv beschäftigt hat: Kinderarbeit, Harfenbau, Mahatma Gandhi, die Geschichte des Zirkus, Pralinen, Schokolade, Parfümherstellung, Seife, Südafrika, Venedig, der Urwald, die Gezeitenzonen der Bretagne, Messerschmieden, Mode-Design, Fahrradreparieren … Der große Saal und das Foyer waren zu einer Ausstellungsmeile von Modellen und Projekten umgestaltet.

Die Jugendlichen setzten sich mit anspruchsvollen Themen auseinander: so Marie-Luise S., die sich mit der Kinderarmut in Deutschland befasste. Bei uns sei dieses Problem noch nicht so offensichtlich wie in manch anderen Ländern, meinte sie. Anhand zahlreicher Presseberichte und Fachbücher erarbeitete sie sich ein aktuelles Bild. An zwei Tagen half sie bei der „Kleiderkiste“ und bei der „Friedberger Tafel“ aus. Marie-Luises Fazit: Ja, echte Kinderarmut nimmt bei uns drastisch zu. Es müsste viel mehr getan werden. Das Problem lässt sich leider nicht leicht lösen.

Ein hochgewachsener junger Mann, David R., präsentierte eine Harfe, die etwas kleiner als eine Konzertharfe ist. Das Publikum erfuhr, dass es sich um eine böhmische Harfe handelt und dass es Harfen in allen möglichen Größen gibt. Die Harfe hat David R. in einem 3-tätigen Intensiv-Workshop (d. h von 8 bis 23 Uhr!) selbst gebaut. Der geleimte Harfenkörper besteht aus verschiedenen Holzarten, was nicht nur zu einem guten Klang, sondern auch zur harmonischen Ästhetik des Instrumentes beiträgt. Ein ganz heikler Moment ist das Anbringen der 33 Saiten. Instrumentenbau erfordert absolute Präzision,  Konzentration und Ausdauer. David nimmt Harfenunterricht. Vor dem Publikum spielte er „Alesiana“, ein Stück von Carola Pinder.  Auch einige Mitschüler hat er begeistert: vom Solospiel zum Harfenchor?

Mirka G. hat schon immer gerne gemalt und alle möglichen Techniken ausprobiert. So kam sie auf die Idee, die Farben zu präsentieren: ihre Gewinnung, ihre Beschaffenheit, ihre Kostbarkeit, ihre Anwendung, insbesondere durch ihre zwei Vorbilder Vincent Van Gogh und Jan Vermeer. Sie möchte anderen Menschen ihre Achtung vor den Farben vermitteln. Wer fragt sich heute noch, welche Geheimrezepte die Künstler alter Zeiten hegten oder wie Buntstifte entstanden? Selbstbewusst stellt Mirka einige ihrer Werke vor: vier Stillleben in Acryl-, Buntstift- und Pastelltechnik.

Markus S. begeistert sich für das Schmiedehandwerk. Er hat zwei Messer selbst geschmiedet und mit kunstvollen Griffen versehen. „Nicht viele Schmiede in Deutschland  produzieren eine solche hervorragende Qualität“, stellte Schulschmied Klaus Kriening anerkennend fest.

Wozu das Ganze? Die 8. Klasse an der Waldorfschule stellt das Scharnier zwischen Klassenlehrerzeit und dem Übergang in die Oberstufe dar. Dieser Schritt wird durch drei Projekte besonders gewürdigt: die Jahresarbeit, die Abschlussfahrt und das Klassenspiel, die von den Schülern viel Engagement und Begeisterung fordern. In der Jahresarbeit beschäftigen sich die Schüler über einen möglichst langen Zeitraum mit einem selbst gewählten Thema. Ob es sich um eine eher praktische Arbeit wie etwas Handwerkliches oder eine eher theoretische Arbeit handelt, ist den Schülern freigestellt, doch wird von den meisten Klassenlehrern beides gewünscht: ein schriftlicher und ein praktischer Teil. Neben der inhaltlichen Erarbeitung sind die Zeiteinteilung und die Auswahl dessen, was in der Arbeit erscheinen soll, wichtige Lernaspekte dieser Arbeit. Der Prozess wird vom Klassenlehrer im Klassenverband und von Fachmentoren (z. B. der Schulschmied, die Chemielehrerin, die Handarbeitslehrerin) begleitet. Den Abschluss dieses Prozesses bilden die Ausstellung und die mündliche Präsentation der Arbeiten. Oft überraschen viele Schüler mit fundierten und gut strukturierten Arbeiten, die sie dem Publikum souverän darstellen können.

Die intensive Zusammenarbeit der Schüler und Mentoren ermöglichte eine große Vielfalt und ein vertieftes Erarbeiten der Themen und der vorgestellten Handwerksfertigkeiten. Dank der Leistung der Jugendlichen fühlten sich die Zuschauer an diesem Abend sehr bereichert. Nun kann man auf die Themen der nächsten Acht-Klass-Arbeiten gespannt sein. Die Waldorfschüler lassen sich bestimmt etwas Besonderes einfallen!

M. Rogoll
(Feb. 2009)

Waldorfschulen gegen Diskriminierung
Stuttgarter Erklärung (28. Oktober 2007)

Stuttgarter Erklärung