| Formenzeichnen in der 2. Klasse |
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Schon die allererste Schulstunde eines jeden Waldorfschülers beinhaltet die beiden gegensätzlichen Formelemente der Geraden und der Gebogenen. Was hier in großer Ruhe und mit viel Anstrengung von jedem Kind an die Tafel gemalt wird, taucht von nun an in jeder Formenzeichenepoche erneut auf, gibt es doch keine Form auf der Erde, die nicht aus mindestens einer dieser beiden gewonnen wird. Während der ersten Klasse werden die beiden fleißig einzeln, aber auch zusammen oder in kleinen Gruppen geübt. Es entstehen die ersten Winkel und Zacken, Bögen und Kreise. Manche Formen kreuzen sich und manche haben kein Ende und keinen Anfang mehr.
In der zweiten Klasse kommt der Geraden dann eine neue Aufgabe zu. Sie teilt das Blatt in rechts und links
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| oder oben und unten, die Formen spiegeln sich an ihr. Was in der ersten Klasse noch eine eigene Form war, ist jetzt nur mehr die Vorbereitung für die eigentliche Form. Zu den Spiegelungen kommt das Malen von langen Bändern, hier können die Blätter niemals lang genug sein, denn ein Ende ist nicht in Sicht. Möglichst in einem Schwung wollen die Formen nun gleichmäßig die Blätterbahnen bedecken, dabei ändert sich die Richtung immer wieder. Hier werden ein enormes Durchhaltevermögen und ein waches Auge von den Kindern verlangt. |
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Manche dieser Formen lassen sich wunderbar mit Bauklötzchen legen, andere können aus einem einzigen Faden gelegt werden. So lernen die Kinder schnell die unterschiedlichen Qualitäten der rhythmisch wieder-holenden, aneinander gereihten und der ewig dahin-fließenden Formen kennen. Manche der Formen tauchen in der vierten Klasse erneut auf, erhalten aber eine neue Qualität, denn die Bänder werden dann räumlich, wie ineinander geflochten. Die Frage, was liegt darunter, was darüber, die in der zweiten Klasse noch keine Bedeutung hatte, stellt nun eine neue Herausforderung an die Kinder. In den folgenden Klassen wird das Formenzeichnen von der Freihandgeometrie abgelöst, die in die konstruierende, beweisende Geometrie mündet.
Hannah Krämer, Lehrerin (Dez. 2010)
Literatur: Frans Carlgren: Erziehung zur Freiheit
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Zum Chemieunterricht der 11. Klasse: Thema „Die chemischen Elemente“
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Für die herkömmliche Chemie ist der Stoff die Grundlage aller Betrachtungen. Das „Chemische Element“ wurde und wird bisher als etwas Solides betrachtet, auf dem die Modellvorstellungen der Chemie ruhen können. Wenn wir die oben beschriebene Forderung nach Geisterkenntnis im Materiellen ernst nehmen, müssen wir nach dem „geistigen Wesen“ einer Substanz fragen, das uns ja bisher durch die rein materialistische Betrachtung verborgen blieb. Für das Wirken eines chemischen Elementes in der mineralischen Welt ist dies ansatzweise möglich; schwierig ist es, die Wirkung der Substanzen im Lebendigen zu betrachten. In den letzten Jahren tauchte in wissenschaftlichen Veröffent-lichungen vermehrt die Frage auf, ob das chemische Element tatsächlich etwas Endgültiges ist. Untersuchungen an Pflanzen deuten darauf hin, dass ein Element die Fähigkeit in sich birgt, sich umzuwandeln in ein anderes Element, wenn die Umwelt dies erfordert. Wenn wir diese Aussagen ernst nehmen, so eröffnet sich eine neue Dimension. Ein Element birgt nicht nur Vergangenheit und Gegenwart in sich, sondern auch etwas Zukünftiges. Es trägt einen Entwicklungsimpuls in sich, den herauszufinden unsere Aufgabe ist. Im Chemieunterricht der 11. Klasse bietet sich manchmal die Möglichkeit, mit den Schülerinnen und Schülern, die ja ebenfalls den Zukunftsimpuls in sich tragen, über diese Rätsel zu sprechen und Wege zu einem neuen Naturverständnis zu suchen. Ein Ergebnis einer gelungenen Epoche ist das von Schülerinnen und Schülern der jetzigen 13. Klasse herausgegebene Lernskript zur Chemieepoche der 11. Klasse, das gerade gedruckt worden ist. Gisela Briesch, Lehrerin (Sept. 2010)
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