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Während Rudolf Steiner als Begründer der Anthroposophie und als Philosoph weithin bekannt wurde, bemerkten nur wenige seinen architektonischen Impuls, der im Zeitalter der organischen Architektur des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts entstand. Großartige Architekten und Künstler suchten in dieser Zeit nach neuen Wegen, entwickelten neue Ansätze in Kunst und Architektur. Begriffe wie „Organische Formgebung“, „die Form folgt der Funktion“ und der Anspruch des „Gesamtkunstwerkes“ prägten diese Zeit des Jugendstils und Expressionismus. Aus diesen Impulsen schöpfte Steiner seine architektonischen Ideen.

Wie schon Goethe - ein großes Vorbild Rudolf Steiners - der Überzeugung war, dass die Natur ihr Wesen in ihren Erscheinungsformen offenbart, so wollte Steiner Gebäude schaffen, die durch die Formgebung ihre Bauaufgabe zum Ausdruck bringen. Dabei ging es ihm nicht um das Gebäude selbst, sondern um die Bedeutung, die es für den Benutzer hat. Er verstand das Bauwerk als Mittel zum Zweck, um mit dem, was geistig in der Umgebung ist, in Verbindung zu treten. Das Geistige im Menschen wird bei Steiners Architektur mit dem Geistigen in der Welt verbunden. In diesem Sinne war sein erklärter Anspruch an die Architektur der eines Gesamtkunstwerkes. Steiners Stil wirkt noch heute und ist an Gebäuden im anthroposophischen Umfeld ablesbar.

"Die Farbe bildet einen Abschluss für die materielle Welt und einen Aufschluss für die geistige Welt ..." (Rudolf Steiner)musiksaal 1 fluegel


Aus dem Bedürfnis von Lehrern und Eltern, die Farbgestaltung der Schulräume selber zu erarbeiten, entstand der so genannte "Farbkreis", in welchem Kriterien für die Farbigkeit der Räume erarbeitet werden sollten. Farbegestalter und Architekt wurden mit einbezogen. Die wichtigste Frage war die nach einem übergeordneten Zusammenhang zwischen der kindlichen Entwicklung des Menschein im Schulalter (Klasse 1-13) und einer Farbgesetzmäßigkeit. Die Arbeit an Goethes Farbenlehre, an Rudolf Steiners Menschenkunde und seinen Angaben zu Farben in der Schule führte zum Finden einer pädagogisch stimmigen Farbabfolge in den Räumen der Klassen 1-13.

Für den Farbauftrag wurde die Lasurtechnik gewählt, da sie durch den transparenten Pigmentauftrag ermöglicht, einen Farbraum entstehen zu lassen, in dem Licht- und Schattenspiele Vielfarbigkeit hervorzaubern.

Schließlich konnte das Erarbeitete sozusagen "an die Wand" gebracht werden. Hier fiel auch die letzte Entscheidung für die genaue Zusammensetzung des Farbtons, abgelauscht den Licht- und Raumverhältnissen vor Ort im jeweiligen Klassenraum.

Ansprechpartner: Katharina Dreher-Thiel ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , 06032 - 34952-0)