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Ein kurze Schulbiographie

Das große Abenteuer begann in der heilpädagogischen Einrichtung Schloss Bingenheim. Mitarbeiter und Freunde wollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, einen Waldorf-
kindergarten zu besuchen. Der nächste befand sich in Frankfurt, viel zu weit entfernt, also entschloss man sich, 1978 einen Kindergarten selbst zu gründen. Zwei Holzbaracken wurden in Eigenleistung mit einem gemeinsamen Bereich verbunden. So wurde Raum für zwei Kindergartengruppen geschaffen. Eine Eltern-/Pädagogen- gemeinschaft wuchs heran. Vorträge, Arbeitsgruppen, Feste machten die Initiative rasch in der Wetterau bekannt.

Sehr schnell wuchsen auch die Kinder heran. Die Notwendigkeit einer Waldorfschule in der Nähe wurde bald deutlich und die Menschen ergriffen dieses Mammutprojekt: eine Gründungsgruppe unter der Leitung von Herrn Heinrich Will kam zustande. Bald kam ein erster zukünftiger Lehrer dazu, Herr Joachim Fuß, der die Gründungsphase intensiv begleitete. Eine Schulgemeinschaft braucht ein Dach: 1984 konnte das leerstehende alte Schulgebäude der ehemaligen Berufsschule in Bad Nauheim, Frankfurter Str. 102, angemietet werden. Es musste vom Keller bis Dachboden komplett saniert werden. Bald konnten die ersten Räume, der Kindergartengruppenraum und Nebenraum von der ersten Kindergartengruppe in Bad Nauheim unter der Obhut von Frau Fuß bezogen werden. 1985 wurde die Schule im Bund der Waldorfschulen aufgenommen.

Das erste Schulgebäude in der Frankfurter Straße
Das Alte Schulhaus in der Frankfurter Straße

 

Die Kinder waren inzwischen schulpflichtig und die amtliche Schulgenehmigung lag noch nicht vor! Die Frankfurter Waldorfschule kam zu Hilfe: so wurde die erste Klasse unserer Schule im Herbst 1985 als 'Balkonklasse' in Frankfurt eingeschult. Täglich, auch samstags selbstverständlich, wurden die Kinder von Freiwilligen in Minibussen bei Wind und Wetter über die Autobahn nach Frankfurt gefahren. So kam es, dass die Schulbehörde nach einigen Monaten eine Duldung erteilte, den Unterricht in unserem Schulhaus durchführen zu dürfen. 1986 war es endlich soweit: die Freie Waldorfschule Wetterau (mit 4 Klassen) wurde feierlich im Kurhaus gegründet.

Bald platzte das gemütliche alte Schulgebäude aus allen Nähten, Umzug war angesagt! Inzwischen musste auch der Holzpavillon abwechselnd für Klassenunterricht, Eurythmie, usw. benutzt werden. Schulfeste und Monatsfeiern fanden im Bad Nauheimer Sportheim, sogar in der Stadthalle in Rosbach statt. An eine Baupause war nicht zu denken: zwischendurch brannte sogar in den Sommerferien das Dachgeschoss der alten Schule aus, alle waren wie immer zur Stelle,... und dennoch konnte der Unterricht nach den Ferien ganz normal beginnen. Aus einer „Renovierungstruppe“, Eltern und Lehrer, wurde eine Planungsgruppe für das neue Schulgebäude. Es sollte eine einzügige Schule und einen Saal (im Rohbau) beherbergen. Sinnvollerweise wurde die Infrastruktur für eine voll ausgebaute Schule nebst Kindergarten und Heizzentrale geplant. Die Stadt Bad Nauheim stellte das Schulgelände auf Erbpachtbasis zur Verfügung. Februar 1990 fand der erste Spatenstich statt. 1992 konnten Schüler und Lehrer mit ihrem zusammengesammelten Haushalt ins neue Schulhaus an der Birkenkaute 8 einziehen. 1995 wurden die ersten Abiturienten verabschiedet. Unser Zug war in voller Fahrt.

Bauen, ein „Tu-Wort“, hört nie auf. 1993 kam der neue Kindergarten mit zwei Gruppen hinzu. Der 2. Bauabschnitt, der Oberstufentrakt folgte 1995. Nach einer längeren Baupause werden nun den Werkstatttrakt und die Turnhalle in Angriff genommen.

Gebäude entstehen und werden stets instand gehalten, der innere Ausbau muss auch fortwährend gepflegt werden. In den vielen Elternabenden, Arbeitskreisen, Konferenzen, pädagogischen Wochenenden, Weiterbildungen, aneinander und miteinander, wächst und gedeiht die Freie Waldorfschule Wetterau, nun jetzt in ihrem 25. Lebensjahr, in voller Kraft.

Ansprechpartner: Uwe Mos( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , 06032 - 34952-0)

Luftbild Mai 2009